SECO missbräuchliche Preisangaben

SECO: Intervention gegen missbräuchliche Preisangaben auf Onlineportalen von Ticketverkäufern


Ihr Kontakt

Diverse Schweizer Ticketing-Unternehmen sind letzten Sommer ins Visier des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) geraten, weil die Preisbekanntgabe auf ihren Internetportalen nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht. So werden hauptsächlich bei Tickets für kulturelle und sportliche Anlässe Preise angegeben, die nicht mit dem vom Kunden zu zahlenden Endpreis übereinstimmen. Zusätzlich zum Ticketpreis fallen regelmässig Gebühren an, die nach den gesetzlichen Vorgaben schon im Ticketpreis enthalten sein sollten. Die Intervention des SECO und die darauffolgenden Verhandlungen mit den Ticketing-Unternehmen sind nun abgeschlossen. Bis Mitte März 2015 haben die Ticketanbieter Zeit, die nötigen Anpassungen in ihren Onlineportalen umzusetzen.

Ausgangslage

Beim Online-Ticketverkauf ist es nach gängiger Praxis verschiedener Anbieter üblich, Gebühren und Zuschläge zusätzlich in Rechnung zu stellen. Es handelt sich dabei beispielsweise um print@home Gebühren, Bearbeitungsgebühren oder Gebühren für die Bezahlung. Diese sind für die Konsumenten beim Kauf von Tickets für Kultur- oder Sportveranstaltungen in der Regel obligatorisch, fallen also in jedem Fall an. Das SECO hat gegen die Preishandhabung der Ticketanbieter im Sommer 2014 interveniert und darauf hingewiesen, dass solche Gebühren und Zuschläge grundsätzlich im Ticketpreis enthalten sein müssen, weil anderenfalls möglicherweise gegen die Vorschriften der Preisbekanntgabeverordnung verstossen wird.

Ticketverkauf – Angabe des tatsächlich zu zahlenden Preises

In der Schweiz fallen Preisangaben für Dienstleistungen nur dann in den Anwendungsbereich des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG, insb. Art. 16 Abs. 1 UWG) und der Preisbekanntgabeverordnung (PBV), wenn dies gesetzlich ausdrücklich vorgesehen ist. Trifft dies zu, müssen die Preisbekanntgabepflichten eingehalten werden. Dienstleistungen des Unterhaltungsgewerbes (Theater, Konzerte, Kino, und dgl.) und Dienstleistungen von Museen, Ausstellungen, Messen sowie von Sportveranstaltungen werden in Art. 10 Abs. 1 lit. g PBV ausdrücklich erwähnt. Folglich sind die tatsächlich zu bezahlenden Preise anzugeben. Der tatsächlich zu bezahlende Preis wird auch als Detailpreis bezeichnet (Art. 3 Abs. 1 PBV). Er ist in Schweizer Franken anzugeben. Ausserdem müssen im Detailpreis alle nicht frei wählbaren Zuschläge jeglicher Art, wie beispielsweise Urheberrechtsgebühren, überwälzte öffentliche Abgaben oder vorgezogene Entsorgungsbeiträge, mitenthalten sein. Bezugnehmend auf diesen Grundsatz lässt das SECO in seiner Medienmitteilung verlauten, das mindestens die Gebühren und Zuschläge, die aufgrund eines häufig genutzten Vertriebskanals oder einer handelsüblichen Zahlungsoption anfallen, im Preis, der gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten kommuniziert wird, inbegriffen sein müssen.

Preise ab Mitte März 2015 PBV-konform

Den Interventionen des SECO und den darauffolgenden Gesprächen mit verschiedenen Ticketanbietern folgen nun Anpassungen der Preisangaben, insbesondere auf den Online-Ticket-Portalen. Ab Mitte März 2015 dürfen Konsumentinnen und Konsumenten damit rechnen, dass alle Gebühren für nicht frei wählbare Serviceleistungen und Zahlungsoptionen bereits im Preis inbegriffen sind.

Weitere Informationen:

Ansprechpartner: Lukas Bühlmann


Artikel teilen



meistgelesen


Highlights

MLL Legal

MLL Legal ist eine der führenden Anwaltskanzleien in der Schweiz mit Büros in Zürich, Genf, Zug, Lausanne, London und Madrid. Wir beraten unsere Klienten in allen Bereichen des Wirtschaftsrechts und zeichnen uns insbesondere durch unsere erstklassige Branchenexpertise in technisch-innovativen Spezialgebieten, aber auch in regulierten Branchen aus.

MLL Legal

Newsletter

MLL-News 03/22 mit Beiträgen zum Digital Markets Act, Digital Services Act, PBV-Revision, Abmahnungen zu Google Fonts, Inbox-Adverting und vieles mehr.

Zugang MLL-News 03/22

Jetzt anmelden!

Unsere Geschichte

MLL Legal ist eine führende Schweizer Anwaltskanzlei, deren Geschichte bis ins Jahr 1885 zurückreicht. Die Kanzlei ist sowohl organisch als auch durch strategische Fusionen gewachsen, von denen die Jüngste am 1. Juli 2021 zwischen Meyerlustenberger Lachenal und FRORIEP vollzogen wurde.

Durch diesen Zusammenschluss hat sich MLL Legal zu einer der grössten Wirtschaftskanzleien der Schweiz mit über 150 Anwältinnen und Anwälten in vier Büros in der Schweiz entwickelt. Auch zwei Büros im Ausland, in London und Madrid, bieten Anlaufstellen vor Ort für Klientinnen und Klienten, die Beratung im Schweizer Wirtschaftsrecht suchen.

Die Kanzlei verfügt heutzutage über ein starkes internationales Profil und ein langjährig aufgebautes globales Netzwerk. MLL Legal vereint anerkannte Führungsqualitäten und Fachwissen in allen Bereichen des Schweizer und internationalen Wirtschaftsrechts.

Über uns

Publikationen

Hier geht’s zu unseren neuesten Publikationen

COVID-19

Lesen Sie alle unsere rechtlichen Updates zu den Auswirkungen von COVID-19 für Unternehmen.

COVID-19 Information

Offene Stellen

Sind Sie auf der Suche nach einer neuen Herausforderung?

Unsere talentierten und ambitionierten Teams sind von einer gemeinsamen Vision motiviert, erfolgreich zu sein. Wir schätzen eine offene und unkomplizierte Kommunikation über alle Ebenen der Organisation hinweg in einem unterstützenden Arbeitsumfeld.

Offene Stellen

Real Estate Legal Update

Hier gehts zum Real Estate Legal Update 01/24. Unser Real Estate Team hat wiederum Artikel in verschiedenen Gebieten verfasst, so dass hoffentlich für alle etwas Interessantes dabei ist. Wir wünschen viel Spass bei der Lektüre.

Registrieren Sie sich hier, um unser 2 x jährlich erscheinendes Real Estate Legal Update zu erhalten.

Unser Team

Unsere über 150 Anwältinnen und Anwälte unterstützen Sie dabei, den regulatorischen und technologischen Anforderungen im modernen globalen Wirtschaftsleben erfolgreich zu begegnen und ihre wirtschaftlichen Chancen zu nutzen.

Unser Team

Revision DSG

Auf unserer Themenseite rund um die Revision des Schweizerischen Datenschutzgesetzes finden Sie regelmässig aktualisierte und umfassende Informationen und Hilfsmittel. Es ist uns ein Anliegen, Sie bei der Implementierung der neuen Vorgaben zu unterstützen.

Revision DSG Themenseite

MLL Legal on Social Media

Folgen Sie uns auf LinkedIn.